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Was ist EUCS? Europäische Zertifizierungssystem für Cybersicherheit für Cloud-Dienst

24 November 2025
Was ist EUCS? Europäische Zertifizierungssystem für Cybersicherheit für Cloud-Dienst

Das EUCS-Schema wurde von der European Union Agency for Cybersecurity (ENISA) ins Leben gerufen, um Cloud-Dienste in der gesamten Europäischen Union einem einheitlichen Zertifizierungsprozess zu unterziehen. Cloud-Services und verwaltete Dienste (Managed Services) sind heute unverzichtbar für öffentliche Verwaltungen und Unternehmen. Die EU reagiert damit auf diese strategisch zentrale Rolle mit einem klar fokussierten Ansatz im Bereich Cybersicherheit.

Kernstruktur und Ziele des Schemas

Das EUCS-Framework verfolgt folgende Leitideen:

  • Vereinheitlichung: Es zielt darauf ab, die fragmentierten Sicherheitsanforderungen für Cloud-Dienste innerhalb der EU zu einem konsistenten, hohen Standard zusammenzuführen.
  • Risikospezifische Anforderungen: Es greift typische Risiken des Cloud-Computings auf und legt abgestufte Sicherheitsniveaus fest, die sich nach der Sensitivität der verarbeiteten Daten richten.
  • Zertifizierung & Audit: Cloud-Anbieter durchlaufen einen transparenten und gründlichen Zertifizierungsprozess – und müssen regelmäßige Audits bestehen, um den Status zu halten.
  • Dynamik & Weiterentwicklung: Das Schema ist so gestaltet, dass es mit technologischen Neuerungen und sich wandelnden Bedrohungsbildern Schritt hält.

Sicherheitsstufen im Überblick

Die Sicherheitsniveaus des EUCS-Schemas sind wie folgt gegliedert:

  • Grundlagen (Basic): Für Dienste mit geringem Risikoprofil – grundlegende Schutzmaßnahmen reichen hier aus.
  • Wesentlich (Essential): Für Dienste mit mittlerem Risikoprofil – deutlich stärkere Sicherheitsanforderungen.
  • Hoch (High): Für Dienste mit hohem Risiko oder besonders sensiblen Daten – strenge Kontrollen und Maßnahmen.
  • Hoch+ (High Plus): Eine zusätzliche, noch anspruchsvollere Stufe für außergewöhnlich kritische Daten oder Prozesse.

Auswirkungen für Anbieter & Nutzer

Für Cloud-Dienstleister:

Die Einführung von EUCS stellt eine erhebliche Herausforderung dar – doch zugleich eine große Chance:

  • Anbieter müssen ihre Sicherheitsinfrastruktur & Prozesse neu bewerten und gegebenenfalls intensiv modernisieren.
  • Wer die Zertifizierung schafft, signalisiert damit Vertrauen, gewinnt Marktvorteile und zeigt deutlich ihr Engagement für Cybersicherheit.

Für Unternehmen & Konsumenten:

  • Sie profitieren von höherem Vertrauen und höherer Zuverlässigkeit beim Einsatz von Cloud-Diensten, wenn diese nach EUCS zertifiziert sind.
  • Standardisierte Sicherheitsmaßnahmen verringern das Risiko von Datenverlusten oder Cybervorfällen spürbar.
  • Für Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten, bedeutet die Nutzung EUCS-konformer Anbieter eine bessere regulatorische Absicherung.

Best Practices zur Einhaltung von EUCS

Damit Cloud-Anbieter die Anforderungen des Schemas wirksam erfüllen können, empfiehlt sich folgender Vorgehensplan:

  1. Gap-Analyse: Ermitteln, wo vorhandene Sicherheitsmaßnahmen nicht den EUCS-Anforderungen entsprechen.
  2. Technologie- und Prozess-Upgrade: Relevante Systeme und Protokolle anpassen bzw. modernisieren.
  3. Mitarbeiter-Schulung: Alle Mitarbeitenden müssen die neuen Anforderungen und veränderten Sicherheitsabläufe verstehen.
  4. Sicherheitskultur etablieren: Eine Organisation braucht eine gelebte Sicherheits- und Compliance-Kultur – nicht nur Papier.
  5. Transparenz & Kommunikation: Kunden, Partner und ggf. Aufsichtsbehörden müssen über Sicherheits- und Compliance-Massnahmen informiert werden.

Zu beachtende Herausforderungen

Die Umsetzung des EUCS-Schemas bringt einige typische Hürden mit sich:

  • Ressourcenaufwand: Zeit, Budget und Personal müssen bereitgestellt werden – eine Herausforderung für viele Organisationen.
  • Technische Komplexität: Ältere Systeme, heterogene Landschaften oder nicht vereinheitlichte Prozesse machen den Weg zur Compliance anspruchsvoll.
  • Regulatorische Dynamik: Die Anforderungen entwickeln sich weiter – ein eigenes Team oder feste Zuständigkeiten erleichtern das Management solcher Veränderungen.
  • Kultureller Wandel: Sicherheit und Compliance müssen als Teil der Strategie und Kultur verankert werden – das braucht Zeit und gutes Change Management.